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Hinweis im Gottesdienst auf Weltgedenktag
Inzwischen versuche ich fast jede Möglichkeit zu nutzten, auf den Weltgedenktag
hinzuweisen. Wie Ihr sehen könnt, habe ich schon zweimal Interviews anläßlich des Gedenktages für Zeitungen gegeben. Aber auch in meiner Gemeinde habe ich letztes Jahr (2002) erfolgreich auf den Weltgedenktag im
Gottesdienst hinweisen dürfen. Ich schrieb einfach an unseren „diensthabenden“ Pastor mit der entsprechenden Brief. Er meldete sich daraufhin prompt per Telefon und einen Tag später besuchte ich ihn und wir besprachen alles. Er
ermutigte mich, dann auch selbst im Gottesdienst den Weltgedenktag vorzustellen und hatte selber die Idee, daß wir
im Gottesdienst Kerzen verteilen an jeden, die er am Abend anzünden sollte. Er erklärte, daß er in der Predigt das
Thema „Advent, warten auf was...“ habe und bat mich dann, seine Predigt zu beenden.
Es war ein wunderschöner Gottesdienst, denn er hatte zusammen mit dem Gospelchor extra Lieder herausgesucht, die zum Thema „Licht“ paßten. Wie zum Beispiel das Lied „Little light of mine“.
Wie besprochen setzte ich dann seine Predigt mit fort (Text).
Nach dem Gottesdienst wurde vor der Kirche Glühwein verteilt und so bleiben viele
Besucher noch eine Weile zusammen stehen. Ich bekam viele positive Rückmeldungen und eine Anfrage einer anderen Pastorin, die selber einen Gottesdienst plante und noch
Texte suchte, der ich weiterhelfen konnte.
Auch die anderen Jahre habe ich wieder in der Gemeinde auf den Weltgedenktag hinweisen dürfen (Text 2004).
Vielleicht habt Ihr ja auch guten Kontakt zu Euer Gemeinde und fragt einmal, ob nicht am Sonntag im Gottesdienst auf
das Candlelighting hingewiesen werden könnte. Dieses Jahr ist es mir gelungen, schon vorher im Gemeindeblatt einen Hinweis mit einem eigenem Text unterzubringen.
Auch als wir jetzt nach Buchholz umgezogen sind, habe ich auch hier in der St.Paulusgemeinde wieder auf den Weltgedenktag hinweisen dürfen. Mehr
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THIS LITTLE LIGHT
This little light of mine I'm gonna let it shine. Oh, this little light of mine I'm gonna let it shine.
This little light of mine I'm gonna let it shine. Let it shine Let it shine Let it shine
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Gottesdienst am 08.12.2002
Lieber Pastor Hohensee,
am Sonntag, dem 08.12.2002 ist der weltweite Gedenktag für alle
verstorbenen Kinder. Damit ihr Licht für immer leuchte, stellen an diesem Tag um 19:00 Betroffene rund um die ganze Welt im
Gedenken an ihre verstorbenen Söhne, Töchter, Brüder und Schwestern brennende Kerzen in die Fenster.
Während die Kerzen in der einen Zeitzone erlöschen, werden sie in der nächsten
entzündet, so daß eine Lichterwelle die ganze Welt umringt.
Begleitet wird dieses „Candle Lighting“ weltweit von Aktionen wie Gedenkgottesdiensten, Lesungen, Zeitungsberichten, ....
Die Initiative dieser Aktion geht von den „Compassionate Friends“, USA aus. Diese
Organisation entspricht in Deutschland der Bewegung „Verwaiste Eltern“.
Als selbst betroffene Mutter, weiß ich wie wichtig, gerade in dieser für uns nicht
ganz leichten Adventszeit, dieser Tag ist. Ich möchte Sie daher bitten, ob Sie in Ihrem Gottesdienst auf diesen Tag hinweisen würden. Gerne würde ich auch selbst
die Gelegenheit nutzen, im Gottesdienst dies „Candle Lighting“ vorzustellen.
Anbei finden Sie ein Flugblatt zu dem Gedenktag.
Ich werde versuchen, Sie in den nächsten Tagen telefonisch zu erreichen.
Herzliche Grüße
Pirko Lehmitz
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Text für den Gottesdienst am 08.12.2002
Auch ich habe gewartet.
Vor 5 Jahren war ich zum ersten Mal schwanger. Mein Baby sollte am 22. Dezember, d.h. so um Weihnachten herum kommen. Viele
bedauerten mich : „Da wirst Du Heilig Abend wohl im Krankenhaus verbringen müssen“ Ich antwortete immer darauf: „ Was kann der liebe Gott mir schöneres zu Weihnachten
schenken, als ein Baby!“
Doch dann kam alles ganz anderes. Mein Sohn kam zu Früh und starb während der Geburt. Für mich brach eine Welt zusammen. Statt
zu sehen, wie er aufwächst, mußte ich ihn beerdigen. Ich zweifelte an allem, ganz besonders an mir. Ich habe dann lange auf den ersten Tag ohne Tränen warten müssen. Der
Verein Verwaiste Eltern
hat mir dabei unglaublich geholfen. Die ersten Weihnachten waren kaum auszuhalten: Ein leerer Bauch und leere Arme, nur ein Grab. Auch heute noch empfinde ich die Advents- und Weihnachtszeit als ganz schwierig, wie für alle Eltern, die ein Kind verloren haben. Das Fest der Familie, aber es fehlt einer.
Doch gerade in dieser für uns Verwaiste Eltern so dunklen Zeit gibt es einen Lichtblick – im wahrsten Sinne des Wortes : Heute
– wie an jedem 2. Sonntag im Dezember – ist der weltweite Gedenktag für verstorbene Kinder und Geschwister.
Damit ihr Licht für immer leuchte, stellen heute um 19:00 Betroffene rund um die ganze Welt im Gedenken
an ihre verstorbenen Söhne, Töchter, Brüder und Schwestern brennende Kerzen in die Fenster. Während die Kerzen in der einen Zeitzone erlöschen, werden sie in der
nächsten entzündet, so daß eine Lichterwelle die ganze Welt umringt. Begleitet wird dieses „Candle Lighting“ weltweit von Aktionen wie Gedenkgottesdiensten, Lesungen,
Zeitungsberichten, ... Allein in der Bundesrepublik sind uns mehr als 60 Gedenkgottesdienste bekannt.
Ihnen wurden gerade Kerzen ausgeteilt. Wir möchten Sie einladen heute um 19 Uhr für jeden, der dieses Jahr nicht mehr bei Ihnen
Weihnachten feiern kann, eine Kerze anzuzünden. Und ich wünsche Ihnen, daß Sie, wie ich spüren, sie sind nicht allein.
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Text für den Gottesdienst am 12.12.2002
So einen Engel des Lichtes hat eine Mutter gemalt, die ihr Baby so wie ich still geboren hat. Als sie mir diesen Engel schickte,
schrieb sie dazu, er soll Mut machen und sein Licht streuen.
Der Engel des Lichts ist für Trauernde etwas ganz besonderes: Er zeigt ihnen, daß um sie herum nicht nur
Dunkelheit herrscht und führt sie mit seinem Licht aus der Einsamkeit heraus. Aus diesem Grund ist auch das Anzünden einer Kerze für Trauernde ein ganz wichtiges
Ritual. Mein Mann und ich haben in den ersten Monaten nach dem Tod unseres Sohnen Tobias immer, wenn wir unser Wohnzimmer betraten eine Kerze angezündet.
Ein ganz besonderer Tag für uns ist daher auch der heutige Weltgedenktag für verstorbene Kinder. Jedes Jahr
am 2. Sonntag im Dezember stellen Betroffene rund um die ganze Welt um 19.00 Uhr brennende Kerzen in die
Fenster. Während die Kerzen in der einen Zeitzone erlöschen, werden sie in der nächsten entzündet, so daß eine Lichterwelle 24 Stunden die ganze Welt umringt.
Diese Lichterwelle zeigt den Eltern, daß sie nicht alleine sind.
Zusammen mit meinen anderen Söhnen werde ich heute Abend um 19 Uhr diese
Kerze für Tobias anzünden und ins Fenster stellen. Vielleicht zünden auch sie heute Abend eine Kerze für ein verstorbenes Kind an und stelle sie ins Fenster.
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Als wir vor ein paar Monaten nach Buchholz gezogen sind, habe ich dennoch mir ein Herz gefaßt
und beim Pastor angerufen, ob ich in seinem Gottesdienst am 11.12.05 auf den Gedenktag hinweisen dürfte. Er war erst etwas unsicher, sagte es mir aber zu. Da ich
gleich beim Gemeindebrief mitmachte, war es auch nicht schwer dort einen entsprechenden Artikel zu plazieren. Die Pastorin, die dort mitmacht, meldete mir sehr
postive Rückmeldungen auf meinen Artikel und erklärte auch gleich, sie übernehme den Gottsdienst am 11.12.05 worüber ich mich freute. Heute also saß ich mit
ihr zusammem im Gottesdienst. Da es eine neue Gemeinde ist - in meiner alten hatte ich das schon zweimal gemacht - war ich aufgeregter als sonst. Als ich an der
Reihe war, ging ich nach vorne und sprach folgenden Text:
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Text für den Gottesdienst am 11.12.2005
Haben Sie schon einmal beobachtet, welche Wirkung das Anzünden einer Kerze auf Sie
hat? (Ich ging nach vorne zum Altar und zündete eine Kerze an) Es hat etwas ungemein beruhigendes, fast friedliches. Zur Zeit zündet
jeder von uns tagtäglich eine oder auch mehrere Kerzen an. Kerzen des Adventskranzes, Kerzen der Weihnachtspyramide und am Heiligen
Abend Kerzen des Weihnachtsbaumes.
Auch ich werde heute Abend wieder eine Kerze anzünden. Eine ganz besondere Kerze, die
allerdings nichts mit der Adventszeit zu tun hat. Eine Kerze, die für meinen ersten Sohn Tobias brennen wird, der bei der Geburt
starb. So wie viele verwaiste Eltern, denn heute ist der Weltgedenktag für verstorbene Kinder und Geschwister. Es ist sicher nicht
zufällig, daß dieser Tag im Advent liegt, denn die Weihnachtszeit ist für uns verwaiste Eltern eine nicht ganz einfache Zeit: Das
Fest der Familie, aber einer fehlt und wird immer fehlen. Daher ist dieser Weltgedenktag für uns so wichtig:
Jedes Jahr am 2. Sonntag im Dezember stellen Betroffene rund um die ganze Welt um
19.00 Uhr brennende Kerzen in die Fenster. Während die Kerzen in der einen Zeitzone erlöschen, werden sie in der nächsten
entzündet, so daß eine Lichterwelle 24 Stunden die ganze Welt umringt. Diese Lichterwelle zeigt den Eltern, daß sie nicht alleine
sind.
Zusammen mit meinen anderen Söhnen werde ich daher heute Abend um 19 Uhr diese Kerze
für Tobias anzünden und ins Fenster stellen. Vielleicht gibt es auch in Ihrer Familie oder Bekanntenkreis ein verstorbenes Kind, für
das sie heute Abend eine Kerze anzünden.
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Als der Gottesdienst zu Ende war, hörte ich hinter mir auf der Bank eine ältere Dame sagen:"Ich habe drei Kinder
verloren, aber von so einem Tag habe ich noch nie gehört:" Die andere Dame drückte ihre Hände. Im Ausgang
wurde ich von einer Frau aus dem Kirchenvorstand angesprochen. Sie hätte das sehr bewegt und würde gerne
nächsten Samstag (dort sehen wir uns in der Kinderkirche) mit mir näher sprechen. Ich glaube, heute haben in
Buchholz zumindest vier Kerzen mehr gebrannt als sonst. Und im Gedenkgottesdienst in Adendorf habe ich für die
drei Kinder der älteren Dame auch drei Kerzen angezündet.
Pirko Silke Lehmitz Dezember 2005
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Weltgedenktag für alle verstorbenen Kinder
Sonntag, 14. Dezember 2008
Manchmal ist einem gar nicht Bewusst, wie wichtig einen Dinge sind.
Mein Sohn Tobias, den ich vor 11 Jahren still geboren haben, ist in Großhansdorf begraben, also fas t 100 km von uns entfernt. Deshalb fahren wir nicht so oft zum
Grab. Aber wir fahren jedes Jahr auf dem Rückweg aus unserem Urlaub, den wir ja schon seit vielen Jahren an der Ostsee verbringen, bei ihm vorbei. Im
Urlaub kaufe ich dann immer etwas für das Grab, wie eine kleine Figur oder so was. Dies sowie einige von seinen Brüdern gesammelte Muscheln,
bringen wir ihm dann mit. Natürlich zünden wir auch immer einen Kerze an. Dies Jahr leider nicht. Durch meinen Achillessehnenriss konnte ich nicht Auto
fahren und da wir keinen 7-Sitzer mehr haben, musste ich mit der Bahnfahren. Erst als wir in Scharbeutz waren, wurde mir auf einmal klar, was
das eigentlich bedeutet – ich werde nicht zum Grab können. Ich hatte noch nicht mal Lust, etwas dort für's Grab zu kaufen. Ich hatte total unterschätzt,
wie mir das fehlt und es ging mir nicht besonders damit.
Mir war einfach nicht bewusst gewesen, wie wichtig mir in den letzten 11 Jahren
bestimmte Rituale geworden waren. Aber ein Ritual ist mir ganz besonders wichtig: Jedes Jahr am zweiten Sonntag im Dezember, dem Weltgedenktag für verstorbene
Kinder, zünde ich um 19 Uhr eine Kerze an für Tobias und stelle sie ins Fenster. So wie Betroffene in der ganzen Welt. Während die Kerzen in der einen Zeitzone
erlöschen, werden sie in der nächsten entzündet, so dass eine Lichterwelle 24 Stunden die ganze Welt umringt. Für mich ist diese Lichterkette rund um die Welt
eine schöne Vorstellung.
Pirko Silke Lehmitz (Paulusbrief 2008)
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