Es kam spät dann aber wie ein Donnerblitz sieben Wochen Regen Einsamkeit Sehnsucht nach Frieden Ruhe Nichts
Es tut so weh und will nicht aufhören
gezwungen immer wieder denselben Film zu sehen Hoffnung das Ende fürchtend
Ganz langsam wieder der Sonne entgegen jeden Strahl genießend Regenschauer erdulden
Kraft zu tanken mehr als je zuvor alles über Bord werfen offen sein für sich und andere
Er hat mich wieder eingeholt der Freitag immer wieder freitags
Ich habe eine Dauerkarte für diesen Film ich kenne diesen Film jedes einzelne Bild
Ich hasse das Ende aber ich sehe ihn jeden Freitag den ganzen Tag immer und immer wieder
vorher habe ich in jeden Tag gesehen wann wird er abgesetzt?
21.11.1997
Ich spüre sie kommt größer als sonst wird sie mir dieses Mal wieder die Beine wegreißen?
Ich habe Angst vor der drohenden Welle mitgerissen und untergetaucht zu werden
herabgesogen in den Strudel oben unten nur Dunkelheit Ruhe Frieden einfach nur Nichts
Ich weiß ich muß es erdulden ertragen zulassen sich treiben lassen
dem Schmerz sich hingeben Vertrauen schöpfen sie wird dich wieder loslassen und sanft an den Strand spülen
Hoffen es wird weniger Wissen es wird nie ganz aufhören
21.11.1997
Sie kommt ohne Vorwarnung sie klopft nicht an sie fragt nicht sie überfällt mich wie ein Räuber sie läßt erst locker wenn ich mich ihr ergeben habe hilflos treibt sie mich vor sich her
sie bestimmt das Tempo und das Ende wann hat sie genug Tränen und Schmerz gesehen?
02.12.1997
Zehntausend Tränen muß ich weinen jetzt oder später hast Du sie gezählt ich ertrinke in ihnen schwimme und schwimme aber da ist kein Land in Sicht kein Floß keine Insel
nur ein Meer von Tränen mir geht die Luft aus warum höre ich nicht einfach auf
Die Uhr hat schon lange keine Zeiger mehr der Kalender keine Wochentage keine Monate
die Zeit steht still und läuft davon es wird ihn niemals geben den Tag an dem ich nicht mehr weinen muß nicht mehr bis auf den Grund versinke warum soll ich dann bleiben
19.05.1998
Plötzlich ist sie wieder da schon fast vergessen nein nur ganz weit weggepackt unvermutet wie aus dem Nebel hat sie mich erwischt oder habe ich sie nicht wahrnehmen wollen
die leisen Boten der Sintflut
Es fließt aus mir heraus unaufhaltsam wie eine unversiegbare Quelle Sehnsucht Zweifel und Schmerz verflüssigen sich lautlos laufen sie in den See der Erinnerung
ich werde mitgerissen lasse mich treiben bis ich langsam versinke tiefer und tiefer bis auf den Grund hier finde ich Stille und Geborgenheit die Zeit steht still
ich möchte so gerne bleiben aber da ist etwas was mich antreibt sorgt daß ich wieder auftauche gnadenlos dringt alles auf mich ein als wenn nichts gewesen wäre
was mir bleibt ist nur die Sehnsucht nach Dir
12.01.1998
Sie gehört zu mir ein Teil meines Lebens wenn ich sie aus meinem Leben verbanne wird ein weiterer Teil in mir sterben
In meinem Leben eingebettet wird sie mir immer wieder
dunkle Tage bringen aber nur nach einer Nacht kann man den Sonnenaufgang bewundern
Ich weiß erst an meinem letzten Tag wird sich sich verabschieden
und dann werde ich begreifen ohne sie hätte meinem Leben etwas gefehlt