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Licht
Sterne halfen und helfen uns mit ihrem Licht einen sicheren Weg in der Dunkelheit der Nacht gehen zu können. In der
Trauerbegleitung spielt das Licht ebenfalls eine bedeutende Rolle, sich zurechtzufinden, das Dunkel zu erhellen, Wärme zu
schenken. Mit dem einfachen Ritual, einem Anzünden des Lichtes einer Kerze als Symbol für die Beziehung zu dem geliebten
Menschen, der gestorben ist, gebe ich meiner Seele einen Ort außerhalb meiner selbst, ich schaffe eine sichtbare Verbindung,
etwas dehnt sich aus, etwas strahlt aus meinem Innern heraus und mit dem Lichtstrahl zu mir zurück.
Aus Rituale in der Trauer - Christa Pauls, Uwe Sannek, Anja Wiese
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"Von Marlèen für Tobias".
Schon die ganze Woche hatte ich mich darauf gefreut, daß Heidruns Schwester Regina mit Familie kommt. Auch wenn wir uns vielleicht bis jetzt fünf, sechs Mal
nur gesehen hatten, hatte ich jedes Mal das Gefühl, wir kennen uns schon lange. Alle Kinder sind s o lieb, von der kleinen Jenny bis Timo, Dana und Marlèen. Es ist schon faszinierend, daß Kinder instinktiv das Richtige machen. Heidrun hatte mir erzählt, daß die Kinder kommen und den
Wunsch hatte, zu Tobias auf den Friedhof zu gehen. Sie fragte ganz vorsichtig, ob ich auch mitkommen wolle. Wie mir Regina später erzählte, war sie ganz erstaunt, daß ich den Mut hatte, mitzukommen. Aber es
war genau das Richtige.
Wir fuhren alle zusammen in dem Wohnmobil nach Großhansdorf. Jedes Kind hatte eine Kerze dabei, die sie für
Tobias anzünden wollten. Marlèen packte während der Fahrt die Kerzen aus und erklärte, daß sie gerne dort hätte aufschreiben wollen:"Von
Marlèen für Tobias". Es war so schön, daß endlich jemand einmal nicht nur wagt, seinen Namen auszusprechen, sondern dies auch als das Normalste der Welt betrachtete. Ja warum ist es das denn nicht!
Als wir am Grab von Tobias ankamen, haben alle ihre Kerze angezündet und jeder hat seinen Platz dafür ausgesucht. Regina umarmte mich dann
und sagte:"Mensch Pirko, du tust mir so leid, daß du deinen Tobias verloren hast!". Ein einfacher Satz, von Herzen ausgesprochen und ich
spürte, sie als Mutter erahnte, was ich empfinde. Sie rief dann alle noch einmal zusammen und wir beten gemeinsam das Vaterunser. Dann sprach sie noch ein paar Worte zu meinem kleinen Tobias, und bat Gott
mir Kraft zu geben, damit ich nicht mehr so traurig bin.
Mit ihrer Aufforderung, daß wir zum Abschluß gemeinsam das Vaterunser beten könnten, hättest sie mir keinen größeren Wunsch
erfüllen können. Auch wenn ich das Gefühl hatte, daß mir in den letzten Wochen so vieles verloren gegangen war, wenigstens mein Glaube an Gott blieb mir erhalten.
Regina und die Kinder gaben mir damit einen der schönsten Augenblicke seit über sieben Wochen. Es tat einfach gut, daß jemand mich in meiner Trauer ernst nahm.
Sie sprach mich auch gleich an, ob ich denn Fotos von Dir hätte, und, daß sie diese gerne sehen wolle, wenn es für mich okay sei.
Als ich zu Hause Regina dafür dankte, nahm sie meine Hand und sagt, daß sie wenig für mich tun könne, aber jedenfalls dies würde sie gerne
tun. Es ist kaum zu erklären, aber es gibt Menschen, die haben ein unheimliches Gespür, auf andere zuzugehen. Regina fragte ohne Hemmungen, aber ganz behutsam, wie denn alles passiert sei. Ich
erzählte ihr alles, nicht nur den nüchternen Geschehensablauf, sondern auch meine Ängste, Gefühle und alles was mich seitdem bedrückt. Ich merkte sofort, wie gut mir dies tat und wie viel Kraft mir das Gespräch
gab. Es sprang ein Funke über und ich hatte das Gefühl, als wäre sie meine große Schwester.
© Pirko Lehmitz, www.Stillgeboren.de Oktober 1997
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Engel des Lichts
hast Du den Engel des Lichtes gesehen sanft streift er durch die Nächte der Welt legt hier
seine Hand auf ein Stöhnen blickt dort voll Erbarmen der Angst in die Augen und sagt in den Schrei der Verzweiflung sein lichtendes Wort hast Du den Engel des Lichtes gesehen hier war er
und dort und doch überall er streift durch die Nächte der Welt und gräbt in die Finsternis tief den Samen des ewigen Morgens streut Schweigen in jegliche Not "Engel des Lichtes
hast Du den Engel des Lichtes gesehen sanft streift er durch die Nächte der Welt legt hier seine Hand auf ein Stöhnen blickt dort voll Erbarmen der Angst in die Augen und sagt
in den Schrei der Verzweiflung sein lichtendes Wort hast Du den Engel des Lichtes gesehen hier war er und dort und doch überall er streift durch die Nächte der Welt und gräbt
in die Finsternis tief den Samen des ewigen Morgens streut Schweigen in jegliche Not hast du den Engel des Lichtes gesehen er trägt deine Nacht in den Händen du findest ihn
immer
Annette Soete
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Lichterfest
Bis 6. Januar. Zweitausend Kerzen brennen im Michel. Machen ihn zu einer Lichterkirche. Dreitausend Menschen feiern ein Lichterfest am Ende der Weihnachtszeit
und am Beginn der Epiphaniaszeit. In ihren Augen spiegelt sich der Schein der Kerzen, wird heller, als die singenden Kinder einziehen und mit ihren Kerzen ein Lichterkreuz in der Kirche bilden. Beim Refrain singen
alle zusammen, Kinder, Väter, Großmütter. Mit offenen Gesichtern, leuchtenden Augen, m denen viel Sehnsucht nach Licht und Wärme ist. Ohren und Herzen hören: ,,Das Licht scheint in der Finsternis... Christus ist das Licht." Ganz langsam verlöschen am Schluß die tausend Kerzen am großen Weihnachtsbaum. Stille,
Schweigen. Und dahinein fallen meine Worte:
,,Eine Kerze spendet Helligkeit und Wärme. Sie freut sich, daß sie fur euch brennt und sich
selbst verzehrt. Sie gibt alles her zugunsten des Lichts und der Wärme. Führt ihr eigenes Ende herbei: 'Christus ist das Licht'.
So kannst du es auch tun. Bleib nicht für dich. Zieh dich nicht zurück. Dann bleibt es kalt. Gib etwas von deiner Herzlichkeit, Wärme, von
deinem Lachen und von deiner Traurigkeit weiter. Nur wer sich verschenkt, wird reicher. Nur wer Licht ist fur andere, wird mehr Licht empfangen. Je mehr ihr für andere brennt, desto heller wird es in euch."
Und dann ziehen alle Kinder hinaus und singen: ,,Tragt in die Welt nun ein Licht!"
Helge Adolphsen Der andere Advent
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Licht anzünden
Eines der ersten und für mich wichtigsten Ritual war von Anfang an, das Anzünden einer Kerze. Schon nach einer Woche bin ich wieder arbeiteten
gegangen. Den ganzen Tag mußte ich versuchen, alles um Tobias herum zu verdrängen, um überhaupt fit für meine Arbeit zu sein. Aber abends, wenn ich in mein Zimmer kam, mit Kai zusammen Fernsehen konnte
ich einfach nicht, dann war das erste, was ich machte, eine Kerze für ihn anzuzünden. Daraus entstand dann auch mein Gedicht „Ein Licht an zünden“ (siehe rechts).
Kurz vor Weihnachten haben wir an einem Trauerseminar für Verwaiste Eltern teilgenommen, auch dort war das Ritual, wie auch in unserer
Selbsthilfegruppe, daß jeder nach der Vorstellung sich einen Stern nahm und das Teelicht anzündete. Jedes
Mal, wenn wir unsere Raum dort betraten, zündetet jeder seinen Stern für sein Kind an. Diese Ritual haben wir dann auch für zu Hause
übernommen, d.h. wenn wir im Eßzimmer oder Wohnzimmer saßen, wurde der Stern angezündet. Heute brennt er nicht jeden Tag, auch nicht jede Woche, doch ab und zu nimmt ihn einer von uns und zündet
ihn an, einfach so und das finde ich besonders schön.
Auf dem Trauerseminar haben wir auch eine Kerze für Tobias gestaltet, die wir immer an seinem Geburtst ag anzünden. An dem Tauftag unsere beiden anderen Söhne brennen nicht nur ihre Kerzen, sondern auch eine Kerze für Tobias. So ist er
an besonderen Tagen immer irgendwie bei uns. So ein Licht ist ein so ruhige, kleine und warme Erinnerung. Schön und so unaufdringlich. Für mich gibt es kein schöneres Zeichen, um an
einen Menschen zu denken, als für ihn eine Kerze anzuzünden.
Ganz wichtig ist für mich auch immer, wenn wir mal am Grab sind, dort eine Kerze anzuzünden. Deshalb fahren wir auch auf jeden
Fall am Heiligabend dorthin, da ich es abends tröstlich finde, wenn wir mit den anderen Kindern feiern, zu wissen, dort brennt auch jetzt eine Kerze für ihn.
Unverzichtbar ist für mich natürlich auch, daß wir am Weltgedenktag für verstorbenen Kinder, für Tobias eine Kerze anzünden. Hier überwiegt
dann das Gefühl der Gemeinschaft, wir sind nicht allein.
Inzwischen nehmen aber auch unsere anderen beiden Söhne diese Ritual an, so z.B: wen n wir im Urlaub sind. Wir besuchen wo immer wir sind, Kirchen und sie haben inzwischen
gelernt, daß man dort nicht durch kurze kleine Schreie die Akustik prüft, sondern sich ruhig verhält. Aber wenn sie dann sehen, daß dort irgendwo am Rand viele Kerzen stehen, sind sie immer ganz
aufgeregt und kommen angelaufen: „Mama, wir wollen dort eine Kerze für Tobias anzünden!“.
© Pirko Lehmitz, www.Stillgeboren.de Oktober 2003
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Ein Licht anzünden nur für Dich
der Schein strahlt durch die Herzen der Raum leuchtet warm Deine Augen durfte ich niemals leuchten sehen dafür mußten sie auch nie weinen ich weine für uns beide
Du sahst so friedlich aus als ich Dich in meinen Armen hielt so lange Du lebtest waren wir nie getrennt ich hatte Dich ganz für mich allein vielleicht vermisse ich Dich deshalb so sehr
© Pirko Lehmitz, www.Stillgeboren.de
24.11.1997
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THIS LITTLE LIGHT
This little light of mine I'm gonna let it shine. Oh, this little light of mine I'm gonna let it shine. This little light of mine
I'm gonna let it shine. Let it shine Let it shine Let it shine
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Für Monika Du hast es gesehen ganz deutlich das Licht am Ende des Tunnels es hat Dir den Weg durch die Nacht gezeigt
Aber plötzlich wurde es ausgeblasen ein kleiner Windhauch  und es erlosch er kam aus dem Nichts
Als es erlosch hattest Du das Gefühl Deine Zukunft kaum geboren starb mit ihm Laß es uns wieder anzünden meine Hände werden ihm Schutz geben es wird wieder leuchten
Dich weiter auf Deinem Weg durch die Finsternis begleiten um Dich sicher ans Ziel zu führen Vertraue darauf das Licht wird Dir helfen sie wieder zu finden Deine Zukunft
sie war nur ganz kurz hinter einer Wolke entschwunden Denn ich vertraue ganz fest darauf wir werden ihn hier zu Ende gehen gemeinsam jeder seinen Weg
© Pirko Lehmitz, www.Stillgeboren.de 09.07.1998
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Zeig mir das Licht, es brennt in unseren Herzen. Zeig mir das Licht, so hell wie tausend Kerzen Zeig mir das Licht, in Dunkelheit und Kälte,
Du Regenbogen, Du Sonnenstrahl.
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Als Du gingst war nur Finsternis um mich herum
auf meinem Weg durch die Einsamkeit dem Licht entgegen spüre ich wieder die Sonne auf meiner Haut sie wärmt und gibt mir Kraft seit ich weiß Du hast mich nicht verlassen
sondern führst mich durch mein Leben trage ich die Sonne in meinem Herzen freue mich über jeden Tag und bin Dir dankbar daß Du bei mir bist ohne Dich wäre mir das Leben verborgen geblieben
© Pirko Lehmitz, www.Stillgeboren.de 12.03.1998
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