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Die Barke – Bestattung und Begleitung in Frauenhänden
Liebe Mütter, liebe Eltern,
wenn Ihr kleines, so hoffnungsvoll erwartetes Kind viel zu früh geboren wurde, um leben zu können oder nach neun Monaten
Schwangerschaft bei der Geburt stirbt, so ist das immer ein besonders schmerzvoller Schock und eine unfassbare Trauer...
Um überhaupt damit weiter leben zu können, brauchen Sie die Möglichkeit, auf Ihre ganz persönliche Weise Abschied nehmen zu können.
In dieser totalen Ausnahmesituation ist eine sehr gute Begleitung und jede nur mögliche Unterstützung notwendig.
Wer sind wir?
„Die Barke“ ist ein bundesweit mobiles Bestattungsunternehmen in Frauenhänden und wir begleiten Sie an jedem Ort in Deutschland.
Wir sind gut geschulte Begleiterinnen, die mit großem Einfühlungsvermögen Ihre unterschiedlichsten Bedürfnisse in dieser
Zeit schnell erkennen und ohne Wertung respektieren, denn jeder Abschied ist so einzigartig, wie jedes Leben.
Sie haben ein Recht auf Zeit und Raum für diesen Abschied und für Ihre Trauer!
Mein Name ist Ajana Holz. Ich bin Mutter von zwei erwachsenen Kindern und wollte schon früh Geburtshebamme werden.
Dann hat mich das Leben zur anderen Seite geführt: ich wurde eine „Hebamme“ für die Toten und gründete 1999 „Die Barke“, ein Bestattungsunternehmen in Frauenhänden.
Warum liegen mir die verstorbenen Kinder so am Herzen? Weil ich selbst Mutter bin, aber auch, weil ich eine betroffene
Schwester bin: meine Mutter hat zweieinhalb Jahre nach mir meinen kleinen Bruder tot zur Welt gebracht. Zur damaligen Zeit
gab es gar keine Unterstützung und er wurde ihr sofort nach der Geburt weggenommen. Sie weiß bis heute nicht, was danach
mit ihm passiert ist und sie hatte fürchterliche Ängste, dass er zu medizinischen Zwecken benutzt oder einfach in den Abfall
geschmissen wurde. Es wurde nie mit meinen Eltern darüber geredet, es gab keinerlei Raum für den Abschied, keinen Raum
für den Schock und die Trauer meiner Eltern und, was bis heute sehr schmerzhaft ist: es gibt kein Grab. Es war, als hätte dieses kleine Menschenwesen nie existiert.
Bis heute ist es ein fast unverarbeitetes Trauma und ein großer Schmerz für meine Mutter und hat unsere ganze Familie stark
beeinflusst. Ganz langsam und vorsichtig können wir jetzt darüber reden, nachdem ich meiner Mutter nun erzählen kann, wie ich mit meinen Mitarbeiterinnen Eltern und ihre so früh verstorbenen Kinder begleite.
Es ist für alle, für Mütter, Eltern, Geschwister, die ganze Familie und das verstorbene Kind wichtig, dass dieser Abschied Raum bekommt!
Daher ist es unser Herzensanliegen als Bestatterinnen und „Seelen-Hebammen“ ganz besonders den toten Kindern einen
behüteten Raum für den Übergang zu geben, diese zarten Menschenwesen liebevoll zu begleiten und dem kurzen, immer tief berührenden Augenblick ihres Daseins in unserer Welt unsere Achtung zu erweisen.
Genauso liebevoll und einfühlsam begleiten wir Sie als Mütter, Eltern und Familien bei Ihrem schmerzlichen Abschied von
Ihrem verstorbenen Kind, dem kleinen Geschwisterchen und dem Enkelkind...
Was machen wir?
Nach den ersten telefonischen Beratungen bringen wir Särgchen zur Auswahl und alles Notwendige für unsere Arbeit mit. Wie
lange wir bleiben, wie viel wir für Sie tun sollen und was Sie selbst übernehmen wollen, können Sie nach unserer ausführlichen Beratung selbst entscheiden.
Wir sorgen dafür, dass Sie Zeit und einen geschützten Raum haben, um mit Ihrem Kind zu sein.
Wir begleiten Sie, wenn Sie Ihr verstorbenes Kind mit uns gemeinsam liebevoll versorgen wollen: z.B. das Kind kleiden oder in
weiche Tücher hüllen , auf ein kleines Fell legen und es sanft in einen kleinen Sarg betten, ihm vielleicht noch etwas auf den
Weg mitgeben, sei es ein Kuscheltier oder einen Abschiedsbrief oder ein anderes Zeichen Ihrer Liebe und Ihre guten Wünsche für seinen Weg wieder hinaus aus dieser Welt...
Als sichtbare Erinnerung an die Spuren, die dieses Kind in Ihrem Leben und für immer in Ihren Herzen hinterlässt, können wir,
wenn Sie dies wünschen, Farbabdrücke von den kleinen Füßen und Händen Ihres Kindes nehmen oder Sie dabei begleiten, dies selbst zu tun.
Wir geben Anregungen, wie Sie die Zeit des Abschieds und die Bestattung selbst gestalten können und bringen Ihr totes Kind
auf Wunsch auch nachhause, damit Sie, die Geschwister und Ihre ganze Familie Abschied im Schutz Ihres Zuhauses nehmen können.
Wir unterstützen Sie, wo immer Sie unsere Hilfe brauchen und geben Ihnen die Sicherheit, die Sie brauchen, um zu tun, was
für Sie und Ihre Familie bei diesem Abschied wichtig und notwendig ist.
Hier ein paar Beispiele:
- Fotos von Ihrem Kind machen
- das kleine Särgchen bemalen, was auch Geschwister tun können
- Väter (o.a. Angehörige) können das Särgchen, die „letzte Wiege“ für das Kind, selbst bauen
- Kinderlieder oder Wiegenlieder bei der Beerdigung singen
- beten, an was auch immer Sie glauben
- gemeinsam ein kleines Abschiedsritual entwerfen
- Wiesenblumen oder Kräuter in und auf den kleinen Sarg
- Bunte Windräder am Grab aufstellen
- Luftballons fliegen lassen
- Freunde, Freundinnen oder Kinder spielen auf Instrumenten
- Abschiedsbriefe, von den Eltern für ihr Kind geschrieben, von FreundInnen bei der Beerdigung vorgelesen oder in den Sarg/ins Grab mitgegeben
- die Eltern lassen den Sarg mit ihrem Kind selbst ins Grab und sie begraben mit bereitgestellten
Schaufeln ihr Kind auch selbst – eine oft sehr wichtige Handlung, die von Familie und FreundInnen unterstützt werden kann, Kinder können hier ebenfalls einbezogen werden, kleine Schaufeln können
mitgebracht werden...
Meistens sind es nur wenige Dinge, die eine Familie braucht, um Abschied zu nehmen. Oft wollen Eltern
hier ganz privat im engsten Kreis sein können. Wichtig ist, dass Sie genug Raum, Zeit und liebevolle Menschen an Ihrer Seite haben und kompetente Beratung bekommen, um zu tun, was für Sie stimmt, denn
niemand weiß das besser als Sie selbst! Begleitung bedeutet aber auch, Sie sanft an der Hand zu nehmen, wenn Sie zuviel Angst haben, um einen für den Abschied wichtigen Schritt gehen zu können, wie
die Hebamme, die Sie sanft, aber bestimmt durch die Geburt leitet. Das Abschiednehmen muss bestärkt und ermutigt werden. Leider haben noch immer so viele Menschen große Angst davor, weil wir hier schon
seit Generationen nicht mehr gut begleitet wurden...
Was kostet das?
Die Kosten für unsere Anfahrt, das kleine Särgchen, unsere liebevolle Begleitung und kompetente Beratung, die gesamte
Organisation der Bestattung, der Formalitäten u. v. m. liegen so niedrig, wie möglich, im Durchschnitt bei ca. 850,-- €. Wir
geben Ihnen gerne jederzeit eine detaillierte Kostenberechnung und beraten Sie in diesem Rahmen über Ihre Rechte und
Möglichkeiten, z.B. bei der Bestattung von Frühgeborenen unter 500 Gramm Gewicht, die nicht auf dem Friedhof bestattet
werden müssen, aber oft dort bestattet werden dürfen. Das besprechen wir gerne mit Ihnen und dem Friedhof Ihrer Wahl und mit Hilfe unserer Erfahrung sorgen wir dafür, dass Ihre Wünsche weitestgehend erfüllt werden.
Eine Geschichte über einen Abschied von einem kleinen, bei seiner Geburt gestorbenen Mädchen
Ich werde nun eine Geschichte erzählen und Sie bitten, sich dabei daran zu erinnern, dass jede Bestattung ohne jede Wertung anders und einzigartig ist:
Wir hatten das kleine Mädchen im Krankenhaus sanft in einen „Sternenhimmel“-Sarg gebettet und vom Krankenhaus zu den
Eltern nachhause gebracht. Dort blieb es bis zu seiner Beerdigung. In dieser Zeit hatten die Eltern einen sehr geschützten
Raum für ihre Trauer, die Mutter konnte immer wieder laut um ihr Kind weinen, beide konnten ihrer Trauer ungestört Ausdruck
geben. Sie haben ihr Kind auf ein Fell gebettet und von seinen kleinen Füßen und Händen farbige Abdrücke gemacht, woraus
später eine wunderschöne selbstgestaltete Trauerkarte entstand. Die Eltern konnten gemeinsam mit Familie und FreundInnen
die Trauerfeier und die Beerdigung in Ruhe planen. Es wurde eine sehr schöne Trauerfeier, die am kleinen Grab auf dem
Friedhof stattfand. Vor der Trauerfeier gab es in einem kleinen Friedhofsraum, den ich mit Tüchern, Kerzen und Blumen
schmückte, eine offene Aufbahrung. Um diese offene Aufbahrung musste ich sehr mit den Friedhofsaufsehern kämpfen und
stieß zuerst auf heftigsten Widerstand und große Angst beim bloßen Gedanken an die offene Aufbahrung eines neugeborenen
Kindes. Als Bestatterin begegne ich Friedhofsaufsehern mit Respekt für ihre ehrenvolle und wichtige Aufgabe und gewinne sie
in der Regel immer dazu, den Abschiednehmenden diese letzten Wünsche zu erfüllen.. Als die 40 Trauergäste, die z.T. weit
gereist waren, in einer langen Reihe das kleine Mädchen dann noch einmal sehen durften, breitete sich in den
Friedhofsräumen eine sehr starke, stille und friedliche Atmosphäre aus und am Schluss nahm selbst das gesamte Friedhofspersonal sehr berührt am offenen Sarg Abschied.
Bei der sehr bewegenden Feier haben mehrere Menschen kleine Reden gehalten oder Gedichte vorgetragen, die
Abschiedsbriefe beider Eltern wurden vorgelesen, ein kleiner Chor sang leise Gospels, besonders schön ist mir in Erinnerung: „Swing low, sweet chariot“...
Ausnahmslos alle, die etwas gesagt haben, auch die Eltern, haben sich bei diesem kleinen Mädchen dafür bedankt, dass sie
ihnen gezeigt hat, dass Tod und Leben, Geburt und Sterben zusammengehören.
Und dann, als der Vater mit Hilfe von Freunden den kleinen Sarg behutsam ins Grab hinein ließ, nach einem Moment der
Stille, ging die Mutter zum Grab, kniete sich nieder und mit ihren bloßen Händen begann sie, ihre kleine Tochter selbst zu
begraben. Es war ein solch bewegender Augenblick, das alle zuerst ganz erstarrt standen (und ich die Friedhofsaufseher leise
zurückhalten musste, die das Grabschließen als reine Friedhofsangelegenheit ansehen). Dann sah sie sich um und nickte
ohne ein Wort ihrem Mann und ihren FreundInnen zu. Sofort knieten sich mehrere an ihre Seite und so begrub sie mit ihnen
ihr Kind, bis ein kleiner Grabhügel entstand, auf den sie gemeinsam das Namensschild und die Blumen legten, rote
Rosenblätter, Margeritenblüten, Rittersporn, Frauenmantel und Schafsgarbe. Die beiden Geburtshebammen steckten noch
zwei Windräder in die Erde. Danach stand die Mutter auf und ging sehr aufrecht und allein davon, in ihrem strahlend gelben Sommerkleid, ohne noch einen Blick zurückzuwerfen. Viele weinten still.
Ich weinte auch - vor Freude darüber, dass die Eltern dies alles tun konnten.
Warum machen wir das?
Manche Krankenhäuser bieten mittlerweile kostenlose Gemeinschaftsbestattungen von Frühgeborenen auf einem
Friedhofsfeld an. Dazu werden z.B. die Kleinen die innerhalb eines Jahres in diesem Krankenhaus sterben, in einer
Tiefkühltruhe „gesammelt“ und zu einem bestimmten Zeitpunkt am Ende des Jahres alle miteinander eingeäschert (je nach
Krankenhaus und Friedhof unterschiedlich). Diese Asche wird dann bestattet. Unsere Aufgabe besteht hier darin, alle
Möglichkeiten vor Ort zu erfragen, z.B. auch ob das Grab als solches zu erkennen ist, wie es aussieht, wie lange dieses Grab erhalten bleibt, und Sie genau darüber zu informieren.
Tröstlich kann daran sein, dass die Kleinen gemeinsam mit anderen kleinen „Sternenkindern“ bestattet werden, und es ist
immerhin schon viel besser, als diese kleinen Wesen im Krankenhausabfall zu entsorgen, was sonst leider tatsächlich
passiert. Die unter Umständen lange Zeit in der Tiefkühltruhe (und überhaupt die Tatsache, dass die Kleinen in eine solche
Kälte müssen, wie lange auch immer!) gefällt mir und vielen Eltern allerdings nicht und es ist daher nicht für alle Eltern eine
Form der Bestattung ihres Kindes, mit der sie gut leben können. Hier haben die Friedhöfe noch keine wirklich
zufriedenstellenden Lösungen gefunden. Warum werden hier z.B. nicht einfach kostenfreie einzelne kleine Erdgräber für Frühchen und „Stillgeborene“ angeboten? Grundsätzlich wäre hier anstatt merkwürdiger Vorschriften
mehr Menschlichkeit angebracht!!
Es muss also immer im Einzelfall gemeinsam gut überlegt werden: „Welche Möglichkeit stimmt für uns und unser Kind?“
Für eine Mutter war es z.B. ganz besonders wichtig, die Asche ihrer verstorbenen kleinen Tochter erst einmal für unbestimmte
Zeit zuhause zu behalten und sie nicht gleich zu beerdigen. Auch das können wir möglich machen.
Verstorbene Kinder zu begleiten ist bei aller Traurigkeit auch ein ganz besonderes Geschenk - für uns und für die
abschiednehmenden Lebenden, die in ihrer großen schmerzvollen Trauer diese unwiederbringliche Zeit mit ihren toten Kindern auch als einen großen Trost empfinden.
Unsere Erfahrung zeigt immer wieder: ein liebevoll begleiteter Kontakt mit diesen „stillgeborenen“ oder kurz nach der Geburt
verstorbenen Kindern ist sehr heilsam, macht unsere Leben reicher und das Weiterleben mit der Trauer möglich.
So bekommen verstorbene Kinder einen Platz im Herzen ihrer Eltern, in ihrer Familie und, was für die meisten Mütter und
Eltern sehr wichtig ist, einen Grabplatz – ebenfalls eine wirkliche und sichtbare Erinnerung an dieses Kind, das in ihr Leben kam und es gleich wieder verließ...
Eine kleine Schwester sagte einmal beim Tod ihres Geschwisterchens: „Wir haben jetzt einen Engel in unserer Familie!“
Kinder, auch die noch sehr kleinen, können viel besser mit dem Tod eines Geschwisterchens umgehen, wenn sie einbezogen
werden und mit ihnen darüber gesprochen wird. Wir unterstützen es immer, dass auch die kleinen Geschwister das tote Kind,
das schließlich zu ihrer Familie gehört, sehen und berühren dürfen, ihm z.B. auch etwas in das Särgchen mitgeben und alle Fragen stellen können, die Kinder zum Tod haben.
Eine Großmutter sagte uns bei einer Hausaufbahrung dazu: „Meine kleine vierjährige Enkelin hat mit ihren Fragen zum Tod
ihres Geschwisterchens alle Fragen gestellt, die ich mich selbst nicht zu fragen traute.“
Wir Erwachsene können sehr viel vom unbefangenen und natürlichen Umgang vor allem der kleineren Kinder mit dem Tod
lernen. Denn auch wir wissen nicht wirklich, was dieses geheimnisvolle Wunder von Leben und Tod, Geburt und Sterben bedeutet:
warum müssen so kleine Kinder sterben? Warum sieht das Kind so wunderschön und so lebendig aus und atmet nicht mehr,
trinkt nicht und bewegt sich nicht? Wohin geht es jetzt und wie sieht es dort aus?....
Ein selbst bestimmter und einfühlsam begleiteter Abschied ist notwendig, damit die Familie gut mit dem Tod eines Kindes
weiterleben und miteinander sein kann. Erst dadurch können alle das tote Kind liebevoll gehen lassen und ihm von Herzen eine gute Reise, wohin auch immer, wünschen!
Kinder, die hierher kamen, um sogleich wieder aus diesem Leben zu gehen, sind wie kleine Engel, die bedingungslose Liebe
in unseren Herzen hinterlassen und unser Leben mit dem großen Geheimnis der Verbindung von Geburt und Tod berühren.
Sie zeigen uns, dass Leben und Tod zusammen gehören. Und sie zeigen uns, zu welcher Kraft und Liebe Eltern fähig sein
können, diese geliebten und hoffnungsvoll erwarteten Kinder mit ihrer Liebe zu begleiten und sie so früh wieder gehen zu lassen.
Als Mutter und Bestatterin habe ich die größte Hochachtung vor diesen Eltern!
Ihr Barke-Team Ajana Holz und Mitarbeiterinnen Die Barke – Bestattung & Begleitung in Frauenhänden Hardtstr. 31 – 74523 Schwäbisch Hall
Tel.: 0 79 77 / 911 874 Tel.: 0700 / 361 797 33 (12 c/m) www.die-barke.de info@die-barke.de
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